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Worum es in dieser Folge geht
Ein Häuschen auf Hühnerbeinen, leuchtende Schädel auf Pfählen und eine uralte Frau, die im Mörser durch die Luft fährt. In dieser Folge geht es um Baba Yaga, die bekannteste Gestalt der slawischen Märchen, und um die Frage, warum sie weder gut noch böse ist.
Wer ist Baba Yaga?
„Baba“ heißt alte Frau oder Großmutter, was „Yaga“ bedeutet, ist bis heute unklar. Baba Yaga stammt nicht von einem einzelnen Dichter, sie ist über Jahrhunderte in Russland, der Ukraine, Polen und Belarus gewachsen. Manchmal tritt sie gleich als drei Schwestern auf.
Hütte, Mörser und Besen
Die Hütte auf Hühnerbeinen dreht sich und steht an der Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Ich stelle zwei Erklärungen vor: alte slawische Vorrats- und Totenhäuser auf Pfählen und die Hütte als Symbol einer Schwelle. Statt auf einem Besen fliegt Baba Yaga in einem Mörser, mit dem Besen verwischt sie ihre Spuren.
Die Regeln des Besuchs
Wer zu ihr kommt, muss Gastrecht einfordern, unmögliche Aufgaben erledigen, darf keine Angst zeigen und nicht zu viel fragen. Wer die Regeln kennt, bekommt Hilfe. Wer lügt oder gierig ist, landet im Topf.
Wassilissa und Iwan
Aus den Sammlungen von Alexander Afanassjew erzähle ich zwei Märchen nach: Wassilissa die Schöne, die mit der Puppe ihrer verstorbenen Mutter alle Aufgaben besteht und mit einem leuchtenden Schädel heimgeschickt wird, und Prinz Iwan, der ungeschickt ist, aber die Regeln einhält und deshalb Hilfe bekommt.
Was hinter ihr steckt
Zum Schluss geht es um die Deutungen: Baba Yaga als vorchristliche Göttin, als Totengöttin und Seelenbegleiterin, als Frau, die sich keiner Ordnung unterwirft. Dazu kommt ihr Weiterleben bei Ivan Bilibin, in Spielen wie „Rise of the Tomb Raider“ und bis zum Spitznamen von John Wick.
Häufige Fragen
Wer ist Baba Yaga?
Eine Hexe der slawischen Märchen und Volksüberlieferung. Sie lebt tief im Wald in einer Hütte auf Hühnerbeinen, prüft Besucher mit schweren Aufgaben und hilft denen, die sie bestehen.
Ist Baba Yaga gut oder böse?
Weder noch. Sie kann Menschen fressen, aber sie tötet nicht wahllos. Wer die Regeln einhält, bekommt Rat, Gegenstände oder den Weg gezeigt.
Warum steht ihre Hütte auf Hühnerbeinen?
Eine Erklärung sind alte slawische Vorrats- und Totenhäuser, die auf Pfählen oder Baumstümpfen standen. Dazu passt die Deutung der Hütte als Grenzort zwischen Leben und Tod.
Was hat John Wick mit Baba Yaga zu tun?
Im Film nennt die russische Unterwelt ihn „Baba Yaga“, als den, der das Unmögliche erledigt. Mit der Märchenfigur hat das nur den Namen gemeinsam.
Mehr im Lexikon: Baba Yaga.
Über diese Folge
Sie lebt tief im Wald, wo die Welt der Lebenden endet. Ihr Haus steht auf Hühnerbeinen. Ihre Zähne sind aus Eisen. Und wer sie besucht, kommt vielleicht nicht zurück – oder kehrt als völlig anderer Mensch heim.
Baba Yaga ist eine der faszinierendsten Figuren der europäischen Mythologie. Seit Jahrhunderten erschreckt sie Kinder in Russland, Polen und der Ukraine – und doch ist sie weit mehr als eine einfache Märchenhexe. Sie ist Grenzwächterin, Prüfstein, Naturgewalt. Weder gut noch böse. Beides gleichzeitig.
In diesem Video tauchen wir tief in die Welt der slawischen Folklore ein: Wer ist Baba Yaga wirklich? Was steckt hinter dem Haus auf Hühnerbeinen? Welche Regeln muss man kennen, um bei ihr zu überleben? Und warum taucht sie heute noch in Filmen, Spielen und der Popkultur auf?
Von den Urmärchen des 19. Jahrhunderts bis zu John Wick – Baba Yaga ist nie verschwunden. Sie wartet nur.
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