Blanker Horror

Folklore, Mythen und Sagen – und wer sie erzählt

Home » Folgen » Sie hätten gerettet werden können – Die tragische Wahrheit über Columbia, das Space Shuttle

Sie hätten gerettet werden können – Die tragische Wahrheit über Columbia, das Space Shuttle

Beim Klick wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an Google übertragen. Datenschutz

Als Podcast hören

Worum es in dieser Folge geht

Am 1. Februar 2003 zerbricht die Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt über Texas. Sieben Menschen sterben. In dieser Folge geht es um ein reales Unglück, das nach heutigem Wissen hätte verhindert werden können.

82 Sekunden nach dem Start

Beim Start am 16. Januar 2003 löst sich ein Stück Isolierschaum vom Außentank und trifft die Vorderkante des linken Flügels. Der Schaum wiegt nicht einmal ein Kilo, trifft aber mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde. Spätere Tests zeigen, dass so ein Stück ein großes Loch in die Hitzeschutzplatten schlagen kann.

Die Besatzung

Ich stelle die sieben Astronautinnen und Astronauten vor: Rick Husband, William McCool, Michael Anderson, David Brown, Kalpana Chawla, Laurel Clark und Ilan Ramon, der erste Israeli im All.

Die ignorierte Warnung

Schon am Tag nach dem Start sehen Ingenieure den Einschlag auf den Videos. Sie wollen Satellitenbilder des Flügels, die Anfragen werden gestoppt. Die Berechnung läuft mit einem Programm, das für viel kleinere Trümmer gedacht war. Rodney Rocha schreibt eine dringende E-Mail und schickt sie nie ab.

16 Minuten Zerstörung

Beim Wiedereintritt dringt heißes Plasma durch das Loch in den Flügel, Sensoren fallen aus, die Steuerung kann die Lage nicht mehr halten. Commander Husbands letzter Funkspruch bricht mitten im Wort ab. Die Trümmer gehen über Texas und Louisiana nieder.

Hätte man sie retten können?

Die Untersuchungskommission hielt eine Rettung mit der Atlantis für möglich. Ich erkläre, warum sie trotzdem nicht stattfand, was die „Normalisierung von Abweichungen“ mit der Challenger zu tun hat und wie es danach mit dem Shuttle-Programm weiterging.

Häufige Fragen

Warum ist die Columbia abgestürzt?

Ein Stück Isolierschaum vom Außentank hatte beim Start ein Loch in den Hitzeschutz des linken Flügels geschlagen. Beim Wiedereintritt drang heißes Gas ein und zerstörte die Flügelstruktur.

Wusste die NASA von dem Schaden?

Der Einschlag war bekannt, sein Ausmaß nicht. Ingenieure wollten Bilder des Flügels, das Management lehnte ab und stufte den Einschlag als unbedenklich ein.

Hätte die Crew der Columbia gerettet werden können?

Laut Untersuchungsbericht war eine Rettungsmission mit der Raumfähre Atlantis grundsätzlich möglich, wenn man den Schaden früh erkannt hätte.

Wer war an Bord der Columbia?

Rick Husband, William McCool, Michael Anderson, David Brown, Kalpana Chawla, Laurel Clark und Ilan Ramon.

Über diese Folge

Am 1. Februar 2003 zerbrach das Space Shuttle Columbia beim Wiedereintritt über Texas. Sieben Astronauten starben – nicht durch Zufall, sondern durch eine fatale Verkettung von technischem Versagen und menschlicher Ignoranz. 82 Sekunden nach dem Start hatte ein 760 Gramm schweres Schaumstoffstück mit 850 km/h den linken Flügel getroffen und ein tödliches Loch geschlagen. NASA-Ingenieure erkannten die Gefahr, wurden aber dreimal überstimmt. Während die Crew 16 Tage lang wissenschaftliche Experimente durchführte, war ihr Schicksal bereits besiegelt. Beim Wiedereintritt fraß sich 2.760 Grad heißes Plasma durch den beschädigten Flügel. In 16 Minuten zerfiel das Raumschiff. Eine Rettung wäre möglich gewesen – hätte die NASA-Führung auf ihre Ingenieure gehört. Die Katastrophe war kein Unfall. Sie war die bittere Wiederholung der Challenger-Tragödie: Wenn Warnungen verhallen, bezahlen Menschen mit ihrem Leben.

Mehr zum Thema

Region: