Blanker Horror

Folklore, Mythen und Sagen – und wer sie erzählt

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Ankou

Der Ankou ist in der Bretagne der Diener des Todes: ein Verstorbener, der ein Jahr lang mit einem knarrenden Karren durch die Nacht fährt und die Seelen der Sterbenden einsammelt.

Wer ist der Ankou?

Der Ankou ist kein Gott und kein Dämon. Er war ein Mensch. Nach bretonischer Überlieferung wird der letzte Tote eines Jahres in einer Gemeinde zum Ankou und muss bis zum nächsten Jahreswechsel die Seelen der Sterbenden holen. In manchen Gegenden ist es der erste Tote des neuen Jahres.

Man stellt ihn sich als hageren Mann oder als Skelett vor, mit breitkrempigem Hut und Sense. Er fährt einen Karren, die karrig an Ankou, oft begleitet von zwei Gehilfen. Wer nachts das Knarren seiner Achse hört, weiß, dass bald jemand im Ort stirbt.

Quellen

Die wichtigste Sammlung ist Anatole Le Braz‘ La Légende de la Mort chez les Bretons armoricains von 1893. Le Braz hat dafür Erzählungen aus der Unteren Bretagne zusammengetragen, darunter zahlreiche Begegnungen mit dem Ankou. Ältere bretonische Lieder hat Théodore Hersart de La Villemarqué 1839 im Barzaz Breiz veröffentlicht, wobei seine Bearbeitungen umstritten sind.

Der Ankou in Stein und Farbe

In mehreren bretonischen Kirchen und Beinhäusern ist der Ankou als Figur zu sehen, oft mit Pfeil oder Sense. Die Totentanz-Fresken in alten Kapellen der Region zeigen dasselbe Thema: Der Tod holt jeden, gleich welchen Standes. Der Ethnologe Daniel Giraudon von der Universität Brest hat den Spuren des Ankou in Überlieferung und Kunst nachgeforscht.

Folge zum Thema

Literatur

  • Anatole Le Braz: La Légende de la Mort chez les Bretons armoricains, 1893.
  • Théodore Hersart de La Villemarqué: Barzaz Breiz, 1839.
  • Daniel Giraudon: Sur les traces de l’Ankou.

Dieser Eintrag auf Englisch: Grey Tales →

Einordnung

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