Wer ist Baba Yaga?
Baba Yaga lebt tief im Wald, dort, wo die Welt der Lebenden aufhört. Ihre Hütte steht auf Hühnerbeinen und dreht sich, bis man den richtigen Spruch sagt. Sie hat Zähne aus Eisen, und statt auf einem Besen fliegt sie in einem Mörser, den sie mit dem Stößel steuert. Mit dem Besen verwischt sie ihre Spur. Den Zaun um ihr Haus schmücken in manchen Märchen Schädel.
Feindin und Helferin
In vielen Märchen will Baba Yaga die Kinder fressen, die zu ihr kommen. In anderen gibt sie dem Helden Rat, ein Pferd oder einen Zaubergegenstand. Wer höflich ist, die Regeln kennt und die gestellten Aufgaben erfüllt, kann bei ihr bestehen. Das bekannteste Beispiel ist Vasilisa, die von ihrer Stiefmutter zu Baba Yaga geschickt wird und mit Feuer zurückkehrt.
Herkunft und Quellen
Die meisten bekannten Erzählungen stehen in der Sammlung russischer Volksmärchen, die Alexander Afanasjew ab 1855 veröffentlichte. Der Märchenforscher Vladimir Propp deutete die Besuche bei Baba Yaga als Spuren alter Einweihungsriten: Wer ihre Hütte betritt, überschreitet die Grenze zum Totenreich und kommt verändert zurück. Andreas Johns hat 2004 die widersprüchliche Gestalt der Baba Yaga in einer eigenen Studie untersucht.
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Literatur
- Alexander Afanasjew: Narodnye russkie skazki, 1855–1863.
- Vladimir Propp: Die historischen Wurzeln des Zaubermärchens, 1946.
- Andreas Johns: Baba Yaga. The Ambiguous Mother and Witch of the Russian Folktale, 2004.