Blanker Horror

Folklore, Mythen und Sagen – und wer sie erzählt

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Wilde Jagd

Die Wilde Jagd ist ein Geisterheer, das in den Winternächten durch den Himmel braust. Angeführt wird es je nach Gegend von Wotan, Frau Holle, Perchta oder einem verdammten Jäger.

Was ist die Wilde Jagd?

In stürmischen Nächten, vor allem in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, soll ein Heer aus Toten, Hunden und Pferden über den Himmel ziehen. Man hört Hufe, Hörner und Gebell. Wer ihm begegnet, wirft sich zu Boden oder bleibt im Haus. Wer hinschaut oder spottet, wird mitgerissen oder bekommt ein Stück Menschenfleisch zugeworfen.

Wer anführt

Die Anführer wechseln von Region zu Region. In Norddeutschland und Skandinavien ist es oft Wode oder Odin, im Süden Frau Holle oder Perchta. Anderswo reitet ein verfluchter Jäger, der zu Lebzeiten am Sonntag gejagt hat. In Frankreich und England ist von der Mesnie Hellequin die Rede, einem Geisterzug, den schon der Mönch Ordericus Vitalis im 12. Jahrhundert beschrieb.

Herkunft und Deutung

Jacob Grimm verband das Geisterheer in seiner Deutschen Mythologie von 1835 mit Wotan und sah darin einen Rest germanischen Götterglaubens. Diese Deutung ist bis heute einflussreich, aber nicht unumstritten. Die mittelalterlichen Berichte zeigen eher ein christliches Bild: das Heer der armen Seelen, die keine Ruhe finden. Mit den Perchtenläufen im Alpenraum lebt das Motiv als Brauch weiter.

Folge zum Thema

Literatur

  • Jacob Grimm: Deutsche Mythologie, 1835.
  • Ordericus Vitalis: Historia ecclesiastica, Buch 8.