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Rapunzel war schwanger – Die gestrichenen Seiten der Grimmschen Märchen (Grimm Serie 2/5)

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Über diese Folge

„Wir haben nichts hinzugesetzt und nichts verschönert“, versprachen die Brüder Grimm in der Vorrede zu ihren Märchen. Gleichzeitig schrieben sie ihr Buch über fast ein halbes Jahrhundert und sieben Auflagen hinweg immer wieder um. In Folge 2 unserer Grimm-Serie legen wir die Fassungen nebeneinander: Wie Rapunzels Schwangerschaft verschwand, wie aus Schneewittchens Mutter eine Stiefmutter wurde, warum Rumpelstilzchen dreimal anders endet und weshalb Aschenputtels Schwestern erst 1819 ihre Augen verloren. Dazu die große Debatte: Waren die Grimms Bewahrer, Bearbeiter oder Fälscher?

📚 Quellen und weiterführende Literatur

Heinz Rölleke (Hrsg.): Die älteste Märchensammlung der Brüder Grimm. Synopse der handschriftlichen Urfassung von 1810 und der Erstdrucke von 1812. Cologny-Genève: Fondation Martin Bodmer, 1975. → Die Grundlage für jeden Vergleich zwischen Handschrift und Erstdruck.

Heinz Rölleke: Die Märchen der Brüder Grimm. Eine Einführung. Stuttgart: Reclam, 2004. → Überblick über Bearbeitungsstil, Stilideal und das Verhältnis zwischen Jacob und Wilhelm.

Lothar Bluhm / Heinz Rölleke: „Redensarten des Volks, auf die ich immer horche“. Märchen – Sprichwort – Redensart. Stuttgart/Leipzig: Hirzel, 1997 (erweiterte Neuausgabe Trier: WVT, 2020). → Grundlegende Studie zu Wilhelms Einfügung von Redensarten und Sprichwörtern.

Lothar Bluhm: Märchen als Literatur aus Literatur. Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Berlin: Metzler, 2023. → Liest die Sammlung als Produkt eines bewussten literarischen Gestaltungswillens.

Lothar Bluhm: Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Eine literatur- und kulturwissenschaftliche Einordnung eines ‚Bestsellers‘. literaturkritik.de, Dezember 2012. → Frei zugänglicher Überblick, u. a. zur Bearbeitung von Rapunzel.

Maria Tatar: The Hard Facts of the Grimms‘ Fairy Tales. Princeton: Princeton University Press, 1987 (erweiterte Neuausgabe 2003). → Zur Zunahme von Gewalt bei gleichzeitiger Tilgung von Sexualität über die Auflagen hinweg. (Englisch)

Ruth B. Bottigheimer: Grimms‘ Bad Girls and Bold Boys. The Moral and Social Vision of the Tales. New Haven: Yale University Press, 1987. → Quantitative Analyse von Strafe, Rede und Schweigen weiblicher und männlicher Figuren. (Englisch)

John M. Ellis: One Fairy Story Too Many. The Brothers Grimm and Their Tales. Chicago: University of Chicago Press, 1983. → Die umstrittene These, die Grimms hätten ihre Quellen bewusst falsch dargestellt. (Englisch)

Jack Zipes: Mountains out of Mole Hills, a Fairy Tale. In: Children’s Literature 13 (1985), S. 215–219. → Kritische Antwort auf Ellis. (Englisch)

Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Berlin: de Gruyter, 2008. → Standardnachschlagewerk zu den Fassungen jedes einzelnen Märchens.

D. L. Ashliman: Rumpelstilzchen von den Brüdern Grimm. Ein Vergleich der Fassungen von 1810, 1812 und 1819. University of Pittsburgh (online). → Die drei Fassungen Satz für Satz nebeneinander.

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen, alle Auflagen von 1812/15 bis 1857, transkribiert bei Wikisource; Erstausgabe auch im Deutschen Textarchiv. → Zum eigenen Vergleich der Fassungen.

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