Was ist eine Aswang?
Die Aswang ist kein einzelnes Monster. Der Begriff fasst in der philippinischen Überlieferung viele Gestalten zusammen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie tagsüber als unauffällige Menschen im Dorf leben und nachts jagen. Manche trennen ihren Oberkörper ab, bekommen Flügel und fliegen davon. Andere werden zu Hunden, Schweinen oder großen Vögeln. Besonders gefürchtet waren sie von Schwangeren, denn manche Aswang sollen das Ungeborene aussaugen.
Fünf Typen
Der Folklorist Maximo D. Ramos hat die Überlieferung geordnet und unterscheidet fünf Typen: den Vampir, den Eingeweidesauger, den Gestaltwandler, die Hexe und den Leichenfresser. Zum Glauben gehört auch der tik-tik, das Geräusch, das eine Aswang verrät: Es klingt leiser, je näher sie ist.
Herkunft und Geschichte
Schon der spanische Franziskaner Juan de Plasencia erwähnte die Aswang 1589 in seinem Bericht über die Bräuche der Tagalen. Die spanischen Missionare nutzten den Glauben, um die einheimischen Priesterinnen, die babaylan, als Hexen zu verleumden. Bis heute gilt die Provinz Capiz als „Aswang-Hauptstadt“, ein Ruf, unter dem viele Menschen dort leiden.
Im Kalten Krieg griff sogar der US-Geheimdienst den Mythos auf. Edward Lansdale berichtet in seinen Memoiren, wie seine Leute in den 1950er Jahren einen getöteten Rebellen mit Bisswunden präparierten, um aufständische Huk-Kämpfer mit der Angst vor der Aswang zu vertreiben.
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Literatur
- Maximo D. Ramos: The Aswang Complex in Philippine Folklore, 1990.
- Maximo D. Ramos: The Creatures of Philippine Lower Mythology.
- Juan de Plasencia: Costumbres de los Tagalos, 1589.
- Edward G. Lansdale: In the Midst of Wars (Memoiren).