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Werwolf

Werwölfe sind Menschen, die sich in Wölfe verwandeln. In der Frühen Neuzeit wurde daraus ein Anklagepunkt vor Gericht, und der Fall des Peter Stubbe von 1589 prägte das Bild des Werwolfs in ganz Europa.

Was ist ein Werwolf?

Das Wort setzt sich aus dem althochdeutschen wer, Mann, und Wolf zusammen. Gemeint ist ein Mensch, der sich in einen Wolf verwandelt, freiwillig durch Zauber oder unfreiwillig durch einen Fluch. In vielen Erzählungen braucht er dafür einen Gürtel oder ein Fell aus Wolfshaut.

Werwölfe vor Gericht

Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Menschen nicht nur als Hexen, sondern auch als Werwölfe angeklagt, meist Männer. Der Historiker Rolf Schulte beschreibt den Werwolf als männliches Gegenstück zur Hexe. Elmar Lorey hat die Werwolfprozesse dieser Zeit untersucht und gezeigt, wie sich der Vorwurf vor Gericht einsetzen ließ.

Der Fall Peter Stubbe

1589 wurde bei Bedburg im Rheinland der wohlhabende Bauer Peter Stubbe als Werwolf hingerichtet. Laut einer Flugschrift, die 1590 in London auf Englisch erschien, hatte er vom Teufel einen Gürtel erhalten, mit dem er sich in einen Wolf verwandeln konnte, und jahrelang Menschen getötet. Der deutsche Originaldruck ist verschollen. Unabhängig davon erwähnt der Kölner Ratsherr Hermann von Weinsberg die Hinrichtung in seinem Tagebuch.

Je genauer man hinsieht, desto mehr Fragen stellen sich. Der Fall fällt in die Zeit unmittelbar nach dem Kölner Krieg von 1583 bis 1588, in dem um die konfessionelle Zukunft des Erzstifts gekämpft wurde. Das wirft ein anderes Licht auf die Frage, wem diese Hinrichtung nützte.

Folge zum Thema

Literatur

  • The Damnable Life and Death of one Stubbe Peeter, London 1590.
  • Tagebuch des Hermann von Weinsberg.
  • Montague Summers: The Werewolf, 1933.
  • Rolf Schulte: Studien zu Männern in den Hexenprozessen.
  • Elmar Lorey: Forschungen zu den Werwolfprozessen der Frühen Neuzeit.