Wer ist die Kikimora?
Die Kikimora wohnt im Haus, meist hinter dem Ofen oder im Keller. Man beschreibt sie als kleine, bucklige Frau mit zerzaustem Haar, in manchen Gegenden mit einem Kopf wie ein Fingerhut oder einem Schnabel. Nachts hört man sie spinnen, Töpfe klappern oder Geschirr zerbrechen. In manchen Überlieferungen ist sie die Frau des Domovoi.
Helferin und Plage
Ist die Hausfrau fleißig, hilft ihr die Kikimora bei der Arbeit. Ist sie nachlässig, macht die Kikimora alles noch schlimmer, verheddert das Garn und quält das Federvieh. Manche Erzählungen kennen außerdem eine Kikimora aus dem Sumpf, die im Wald lebt und Wanderer erschreckt.
Der Alb auf der Brust
Der zweite Teil des Namens hängt mit mora zusammen, einem slawischen Wort für den Nachtalb, der sich auf Schlafende setzt. Das Gefühl, nachts aufzuwachen, sich nicht bewegen zu können und ein Gewicht auf der Brust zu spüren, kennt man heute als Schlafparalyse. In der Volksüberlieferung hatte es einen Namen und ein Gesicht.
Verbreitung
Die Kikimora ist in Russland, der Ukraine und Belarus bekannt, verwandte Gestalten gibt es in Polen und auf dem Balkan. Die Einzelheiten unterscheiden sich von Region zu Region stark.
Folge zum Thema
Literatur
- Linda J. Ivanits: Russian Folk Belief, 1989.
- W. F. Ryan: The Bathhouse at Midnight, 1999.