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Jiko Bukken

Jiko Bukken heißen in Japan Wohnungen und Häuser, in denen jemand gewaltsam oder einsam gestorben ist. Sie sind billiger, schwer zu vermieten und stehen in einer langen Tradition japanischer Totenfurcht.

Was sind Jiko Bukken?

Der Begriff bedeutet etwa „Unfallobjekt“ und bezeichnet Immobilien, in denen ein Mord, ein Suizid oder ein unbemerkter Tod geschehen ist. Vermieter müssen Interessenten darüber informieren. Solche Wohnungen werden deutlich günstiger angeboten und finden trotzdem schwer Mieter. Eine japanische Website sammelt Zehntausende solcher Adressen auf einer Karte und wird täglich von sehr vielen Menschen besucht.

Warum die Angst so groß ist

Im Shintō gilt der Tod als Quelle von kegare, einer Unreinheit, die an Orten haften bleibt. Dazu kommt die Vorstellung der onryō, rachsüchtiger Geister von Menschen, die gewaltsam oder im Groll gestorben sind. Sie unterscheiden nicht zwischen Schuldigen und Unbeteiligten. Wer in eine solche Wohnung zieht, zieht in der Vorstellung vieler zu einem Toten.

Ein Spiegel der Gesellschaft

Ein großer Teil der Jiko Bukken entsteht nicht durch Verbrechen, sondern durch kodokushi, den einsamen Tod. Menschen sterben allein und werden erst nach Wochen oder Monaten gefunden. Die Wohnungen erzählen damit auch von einer alternden Gesellschaft, in der viele Menschen ohne Kontakt leben.

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