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Worum es in dieser Folge geht
Rosenheim, 1967. In einer Anwaltskanzlei in der Königstraße 13 spielen Telefone und Lampen verrückt, und weder die Post noch die Stadtwerke finden eine Ursache. Ich erzähle den bekanntesten Poltergeist-Fall Deutschlands nach, mit allem, was dafür und dagegen spricht.
Ein deutsches Wort
„Poltergeist“ ist eines der deutschen Wörter, die unübersetzt in andere Sprachen gewandert sind. Die erste Verwendung wird Martin Luther zugeschrieben, ein erster Bericht über solche Vorgänge stammt aus dem Jahr 856. Ich erkläre auch, was Parapsychologen mit der „Fokusperson“ meinen.
Phantom-Anrufe bei der Zeitansage
Im Frühjahr 1967 fallen in der Kanzlei von Rechtsanwalt Sigmund Adam die Telefone aus, alle Apparate klingeln gleichzeitig. Die Bundespost tauscht die Geräte und baut Messgeräte ein. Die zeichnen in fünf Wochen rund 600 Anrufe bei der Zeitansage 0119 auf, die niemand gewählt hat. Dann platzen Neonröhren, Sicherungen fliegen, die Stadtwerke messen Stromspitzen bis 50 Ampere. Selbst ein eigener Generator ändert nichts.
Hans Bender und die Physiker
Ab Dezember 1967 untersucht der Freiburger Parapsychologe Hans Bender den Fall, zusammen mit den Physikern Friedbert Karger vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und Gerhard Zicha von der TU München. Bilder drehen sich, Schubladen gleiten auf, ein schwerer Eichenschrank rückt von der Wand.
Annemarie
Die Vorfälle hängen an einer Person: der 19-jährigen Auszubildenden Annemarie Schaberl. Ist sie nicht im Büro, bleibt es ruhig. Bender sieht darin einen Fall von „rekurrenter spontaner Psychokinese“. Nach ihrem Weggang im Januar 1968 hört alles auf.
Falsche Geister, echte Schwindler?
1969 erscheint ein Buch des Zauberkünstlers Allan und zweier Mitautoren. Sie berichten von Nylonfäden an Lampen und einem Gummiknüppel hinter dem Schrank. Dazu kommen der Vorwurf, Annemarie sei bei einem Täuschungsversuch ertappt worden, und die Kritik an Benders Methoden. Am Ende stelle ich beide Seiten nebeneinander.
Häufige Fragen
Was war der Spuk von Rosenheim?
Eine Serie unerklärter Vorfälle 1967 und 1968 in einer Rosenheimer Anwaltskanzlei: Phantom-Anrufe, platzende Lampen, Stromspitzen und sich bewegende Gegenstände. Rund 40 Menschen wurden Zeugen, darunter Techniker, Polizisten und Physiker.
Wer war Annemarie Schaberl?
Eine 19-jährige Auszubildende der Kanzlei. Die Vorfälle traten nur auf, wenn sie anwesend war, und endeten, als sie die Kanzlei verließ. Sie selbst bestritt, besondere Fähigkeiten zu haben.
War der Spuk von Rosenheim ein Betrug?
Das ist bis heute umstritten. Die Messungen der Post und der Stadtwerke sind dokumentiert. Skeptiker verweisen auf gefundene Nylonfäden, einen Gummiknüppel und eine angebliche Täuschung. Ein vollständiger Forschungsbericht von Bender wurde nie veröffentlicht.
Wo sind die Unterlagen zum Fall heute?
Beim Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg und im Stadtarchiv Rosenheim.
Mehr im Lexikon: Poltergeist.
Über diese Folge
Im Sommer 1967 beginnen in einer Anwaltskanzlei im bayerischen Rosenheim unerklärliche Dinge zu geschehen. Telefone klingeln ohne Anrufer. Hunderte Gespräche zur Zeitansage werden registriert – doch niemand hat gewählt. Neonröhren explodieren, Glühbirnen zerbersten, Sicherungen fliegen raus. Techniker der Stadtwerke, Ingenieure der Deutschen Post und Physiker des Max-Planck-Instituts untersuchen den Fall – und stehen vor einem Rätsel. Selbst ein separater Generator ändert nichts. Die Phänomene gehen einfach weiter.Dann fällt den Ermittlern ein Muster auf: Alle Ereignisse konzentrieren sich auf eine einzige Person. Annemarie Schaberl, 19 Jahre alt, Auszubildende der Kanzlei. Wenn sie das Büro betritt, flackern die Lichter. Wenn sie im Urlaub ist, herrscht Stille. Der berühmte Parapsychologe Hans Bender sieht den Beweis für spontane Psychokinese. Skeptiker finden Nylonfäden und sprechen von Betrug.In dieser Folge erzählen wir die ganze Geschichte: von den ersten Telefonstörungen bis zum dramatischen Ende – und von einer Frage, die bis heute offen ist. Was geschah wirklich in der Königstraße 13? Spuk, Wissenschaft oder Schwindel? Entscheidet selbst.