Was ist der Funken?
Am ersten Sonntag nach Aschermittwoch, dem Funkensonntag, werden in Vorarlberg, in Liechtenstein, in der Ostschweiz und im südwestdeutschen Raum hohe Türme aus Holz aufgeschichtet und angezündet. Ganz oben sitzt eine Hexenpuppe, die mit Schwarzpulver gefüllt ist und im Feuer explodiert. Der Brauch steht auf der österreichischen Liste des immateriellen Kulturerbes.
Wie alt ist der Brauch?
Gern heißt es, der Funken sei uraltes Heidentum und vertreibe die Winterdämonen. Belegen lässt sich das nicht. Eine Spur könnte in die römische Antike führen: Am 1. März, dem alten römischen Neujahr, wurde das heilige Feuer der Vesta neu entzündet. Das Feuer selbst ist also möglicherweise alt.
Die junge Hexe
Die Hexe dagegen ist jung. Sie kam erst im 19. Jahrhundert hinzu, als man einen schwindenden Brauch wiederbeleben wollte und sich dabei an romantischen Vorstellungen orientierte, wie sie auch die Brüder Grimm verbreitet hatten. Der Historiker Manfred Tschaikner hat darauf hingewiesen, wie schlecht diese Puppe zur Geschichte der Region passt. In Vorarlberg wurden im 16. und 17. Jahrhundert über hundert Menschen als Hexen hingerichtet, die allermeisten davon Frauen.
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Literatur
- Manfred Tschaikner: „Damit das Böse ausgerottet werde.“ Hexenverfolgungen in Vorarlberg im 16. und 17. Jahrhundert, Bregenz 1992.
- Manfred Tschaikner: „Die Lust, Hexen zu verbrennen. Bemerkungen zur Brauchtumspflege“, in: Der Bludenzer, 1996.