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Die Bell Witch: Was wirklich auf der Farm in Tennessee passierte

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Worum es in dieser Folge geht

Tennessee, 1817: Auf der Farm der Familie Bell zieht etwas nachts die Decken weg, reißt Haare aus und schlägt zu. Vier Jahre lang terrorisiert ein unsichtbares Wesen die Familie. Die Bell Witch gilt als bekannteste Spukgeschichte der USA. In dieser Folge erzähle ich sie vollständig und frage dann, was die Quellen wirklich hergeben.

Eine Farm am Red River

John Bell war ein angesehener Farmer und Baptistenältester in Robertson County. Erst sieht er ein seltsames Tier im Maisfeld, dann beginnen nachts Klopfen, Kratzen und Kettengeräusche. Vor allem die elfjährige Betsy wird gequält. John Bell selbst bekommt eine geschwollene Zunge, Schluckbeschwerden und Gesichtskrämpfe.

Das Wesen spricht

Als der Nachbar James Johnston eine Nacht auf der Farm verbringt, wird der Spuk zur Sache der ganzen Gemeinde. Ab 1818 spricht das Wesen, singt Kirchenlieder, zitiert die Bibel, führt theologische Debatten. Es liebt Lucy Bell, hasst „Old Jack“ und nennt sich manchmal „Kate Batts‘ Hexe“ nach einer realen Nachbarin.

Andrew Jackson

Der berühmte Besuch von General Andrew Jackson 1819 samt Satz über die britische Armee ist eine gute Geschichte, aber in Jacksons gut dokumentiertem Leben gibt es keinen einzigen Beleg dafür.

Der Tod von John Bell

Am 20. Dezember 1820 stirbt John Bell. Im Medizinschrank findet sich eine fremde Flüssigkeit, eine Katze, die davon leckt, stirbt sofort. Die Chemikerin Candi Bauer Mann von der Austin Peay State University sieht in den überlieferten Symptomen und der berichteten blauen Flamme deutliche Hinweise auf Arsen.

Betsy, Powell und das Motiv

Kurz nach dem Tod des Vaters löst Betsy ihre Verlobung mit Joshua Gardner, die die Hexe bekämpft hatte. 1821 verabschiedet sich der Spuk. 1824 heiratet Betsy ihren früheren Lehrer Richard Powell, der während der Spukzeit oft auf der Farm war. Manche Forscher halten das nicht für Zufall.

Die Quellen und das ehrliche Problem

Der einzige fast zeitgenössische Beleg ist ein Tagebucheintrag von 1820. Fast alles andere stammt aus Martin V. Ingrams Buch von 1894, Jahrzehnte später, als kein Zeuge mehr lebte. Am Ende stelle ich vier Schichten nebeneinander: eine Familie unter Druck, eine Gemeinde, die erlebt, was sie erwartet, ein möglicher Giftmord und Ingrams Fantasie.

Häufige Fragen

Was ist die Bell Witch?

Ein Spukfall auf der Farm der Familie Bell in Adams, Tennessee, von 1817 bis 1821, bei dem ein unsichtbares Wesen die Familie quälte und mit ihr sprach.

Hat Andrew Jackson die Bell Witch besucht?

Dafür gibt es keinen zeitgenössischen Beleg. Die Geschichte taucht erst Jahrzehnte später auf.

Wurde John Bell vergiftet?

Die überlieferten Symptome passen zu einer Arsenvergiftung. Wer das Gift gegeben haben könnte, lässt sich nicht klären.

Mehr im Lexikon: Poltergeist.

Über diese Folge

Tennessee, 1817. Auf der Farm der Familie Bell beginnt etwas Unbegreifliches. Klopfgeräusche in der Nacht. Decken, die weggezogen werden. Und dann – Schläge aus dem Nichts, die rote Abdrücke auf der Haut hinterlassen.Was folgt, sind vier Jahre Terror. Ein unsichtbares Wesen tyrannisiert Vater John Bell bis zu seinem Tod, quält seine Tochter Betsy – und führt gleichzeitig theologische Debatten, singt Kirchenlieder und kennt die Namen von Besuchern, die es noch nie gesehen hat. Die Amerikaner nennen es die Bell Witch. Und es gilt bis heute als der einzige dokumentierte Fall in der Geschichte der USA, in dem ein Geist einen Menschen getötet haben soll.In dieser Folge erzählen wir die vollständige Geschichte: den Besuch von General Andrew Jackson, der danach gesagt haben soll, er würde lieber die britische Armee gegenüber haben. Den Tod von John Bell – und die Chemikerin, die 200 Jahre später zeigt, warum eine blaue Flamme und das Sterben einer Katze auf Arsenvergiftung hindeuten. Und die unbequeme Frage, wer wirklich ein Motiv hatte.Dazu: Was die Quellen wirklich hergeben – und was Ingrams Buch von 1894 ist, das die Geschichte bis heute prägt: Glänzend erzählte Folklore aus dritter Hand, ohne einen einzigen lebenden Zeugen.Willkommen bei Blanker Horror. Heute reisen wir nach Adams, Tennessee – und auf eine Farm, die man besser nicht alleine besucht.

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