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Hexensabbat

Der Hexensabbat ist die nächtliche Versammlung der Hexen mit dem Teufel, wie sie Richter und Theologen der Frühen Neuzeit beschrieben. Im baskischen Zugarramurdi führte dieses Bild 1610 zum größten Hexenprozess der Geschichte.

Was ist ein Hexensabbat?

Nach der Vorstellung der Hexenjäger flogen Hexen nachts zu geheimen Treffen, beteten dort den Teufel an, oft in Gestalt eines Bocks, feierten, tanzten und schmiedeten Schadenzauber. Im Baskenland hieß der Ort dieser Versammlung akelarre, die Bockswiese.

Ein Drehbuch der Richter

Das Bild des Sabbats stammt nicht aus der Volksüberlieferung, sondern vor allem aus Verhören und gelehrten Schriften. Der französische Richter Pierre de Lancre beschrieb 1612 nach seinen Prozessen im französischen Baskenland den Sabbat bis ins Detail. Solche Schriften lieferten das Muster, nach dem später gefragt wurde, und die Angeklagten gestanden, was man hören wollte.

Zugarramurdi 1609 bis 1614

Im baskischen Dorf Zugarramurdi begann der Fall mit einer Heimkehrerin, die erzählte, sie sei selbst Hexe gewesen. Die Spanische Inquisition griff ein, und am 7. November 1610 wurden in Logroño Verurteilte verbrannt. Am Ende standen rund 7.000 Menschen unter Verdacht. Der Inquisitor Alonso de Salazar Frías prüfte die Geständnisse und fand keinen einzigen Beweis. Seine Berichte führten 1614 zu neuen Anweisungen, nach denen in Spanien praktisch niemand mehr als Hexe hingerichtet wurde. Gustav Henningsen nannte ihn deshalb den „Anwalt der Hexen“.

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Literatur

  • Gustav Henningsen: The Witches‘ Advocate. Basque Witchcraft and the Spanish Inquisition, 1609–1614, 1980.
  • Gustav Henningsen (Hrsg.): The Salazar Documents, Brill 2004.
  • Pierre de Lancre: Tableau de l’inconstance des mauvais anges et démons, 1612.
  • Lu Ann Homza: Village Infernos and Witches‘ Advocates, 2022.

Einordnung

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